Profil · Erfahrung · Arbeitsweise
Technische Verantwortung entsteht nicht durch Tools, sondern durch Erfahrung und klare Entscheidungen
Ich arbeite seit vielen Jahren an Websystemen, die nicht nur umgesetzt, sondern über lange Zeit betrieben werden müssen. Dabei hat sich eines immer wieder bestätigt: Die größten Herausforderungen sind selten technischer Natur – sondern entstehen durch fehlende Einordnung, unklare Zuständigkeiten und nicht getroffene Entscheidungen.
Mein Fokus liegt auf technischer Verantwortung – an der Schnittstelle von Fachbereich, Redaktion und IT. Systeme beherrschbar halten und Entscheidungen so vorbereiten, dass sie tragfähig umgesetzt werden können.
Mein Weg
Die folgenden Stationen zeigen, wie sich meine Perspektive entwickelt hat – von Entwicklung und technischem Projektmanagement bis zur technischen Steuerung komplexer Websysteme.
Bereits während meines Studiums an der FU Berlin engagierte ich mich ehrenamtlich für Greenpeace. Nach dem Studium konnte ich mein Fachwissen als freier Mitarbeiter einbringen – zunächst bei der Wassertour ’94 und der Chlorstory 1996.
Bei der Wasserkampagne entwickelte ich gemeinsam mit einem Datenbankentwickler auswertbare Fragebögen für über 500 Gesundheitsämter, um die Belastung des Grundwassers mit Pestiziden zu erfassen und regional auszuwerten. Aus den Rückläufen erstellte ich mit RegioGraph mehrere thematische Karten, in denen ich erstmals mein kartographisches Wissen aus meinem Studium praktisch einsetzen konnte. Dieses Projekt markierte für mich den Einstieg in Datenmodellierung, Visualisierung und die technische Umsetzung komplexer Inhalte.
Ab 1997 übernahm ich die Projektleitung für Ausstellungen und Veranstaltungen – darunter der Aufbau der Ausstellung "Mit Volldampf ins Solarzeitalter" im Laderaum der MS Oldenburg sowie das mehrtägige Greenpeace Bundestreffen ’98 mit über 250 Teilnehmenden.
Parallel entstand mit einem Kollegen aus der Greenpeace-Zeit die Kindler & Gleich GbR. Ergebnis war „Rutherford – Periodensystem der Elemente“, eine Bildungssoftware mit interaktivem Periodensystem und umfangreichem elektronischem Nachschlagewerk für Windows.
Entwicklung, Verpackung, Support und der komplette Direktvertrieb lagen bei uns. Sehr schnell zeigte sich, dass der Direktvertrieb deutlich lukrativer war als der Weg über den klassischen Handel. Diese Jahre schärften mein Verständnis für Produktdenken, wirtschaftliche Tragfähigkeit und pragmatische Go-to-Market-Strategien – Erfahrungen, die meine Sicht auf Digitalprojekte bis heute prägen.
Zwischen 1999 und 2004 arbeitete ich bei Lufthansa Systems und BertelsmannSpringer in anspruchsvollen Rollen rund um Datenmodellierung, Client/Server-Entwicklung und technische Betreuung eines großen Enterprise-Intranets.
Bei Lufthansa Systems realisierte ich mehrere komplexe Datenbankprojekte – von der Modellierung über MS-SQL-Implementierung bis zur Entwicklung benutzerfreundlicher Frontend-Clients. Diese Arbeit vertiefte mein Verständnis für robuste Architekturen, saubere Datenschnittstellen und performante Anwendungen.
Parallel betreute ich bei BertelsmannSpringer das unternehmensweite Enterprise-Intranet für mehr als 70 Verlage. Neben Weiterentwicklung und Qualitätssicherung gehörte auch der 2nd-Level-Support für Fachabteilungen zu meinen Aufgaben – eine Schnittstellenarbeit, die mir besonders lag.
2005 kam der Einstieg in TYPO3 mit dem Relaunch von Greenpeace Berlin, bei dem ich im Webteam ehrenamtlich mitarbeitete. Die Website erhielt den BIENE-Preis für Barrierefreiheit – ein prägender Startpunkt für meine spätere Arbeit im Bereich Accessibility.
2006 folgte die Festanstellung bei Sunbeam, wo ich TYPO3 und Barrierefreiheit von Grund auf lernte – zunächst als Backend-Programmierer, später mit ersten Aufgaben im Projektmanagement.
Der eigentliche berufliche Sprung kam in den darauffolgenden Jahren bei aperto (heute IBM iX). Als Technischer Projektmanager lernte ich die gesamte Breite professioneller Webproduktion kennen: Ausschreibungen, technische Konzepte, Aufwandsschätzungen, Angebotserstellung, Coaching von Auszubildenden sowie die enge Abstimmung mit Design- und Entwicklungsteams.
Ein wichtiger Teil war die Koordination externer Dienstleister – Agenturen wie Freelancer –, wenn Projekte wirtschaftlich ausgelagert wurden. Hier entstand mein Gespür für Make-or-Buy-Entscheidungen und technische Qualitätssicherung über Teamgrenzen hinweg. Dieses Wissen prägte später meinen Ansatz „Pure TYPO3 statt Extension-Zoo“.
Weitere Stationen bei brandung und wiminno ergänzten meine Perspektive auf Kundenbetreuung, Qualitätssicherung und die Rolle des technischen Bindeglieds zwischen Anforderungen und Umsetzung.
In dieser Phase arbeitete ich projektbezogen an anspruchsvollen TYPO3-Systemen im Public Sector, Gesundheitswesen und kommunalen Umfeld. Der Schwerpunkt lag auf stabilen Architekturen, klaren Verantwortlichkeiten und der nachhaltigen Weiterentwicklung bestehender Systeme.
Die Projekte entstanden überwiegend in eingespielten Konstellationen und erforderten eine enge Abstimmung zwischen fachlichen Anforderungen, technischer Umsetzung und organisatorischen Rahmenbedingungen. Meine Rolle lag dabei an der Schnittstelle von technischer Umsetzung, Projektkoordination und Qualitätssicherung.
Typische Aufgaben umfassten TYPO3-Integration, Responsive Webdesign, technische Konzepte sowie die Einordnung von Erweiterungen im Hinblick auf Wartbarkeit, Updatefähigkeit und langfristige Betriebskosten.
- Relaunch eines Bundesministeriums-Webauftritts mit klarem Architekturkonzept und konsequentem Pure-TYPO3-Ansatz
- TYPO3-basierte Mitgliederverwaltung für einen bundesweiten Berufsverband
- Kommunaler Webrelaunch mit temporärer Teamerweiterung zur Absicherung von Qualität und Terminen
Die Erfahrungen aus dieser Projektphase bilden heute die fachliche Grundlage für meine Arbeit in festen Organisationsstrukturen – insbesondere im Umgang mit komplexen Anforderungen, langen Laufzeiten und hohem Qualitätsanspruch.
Ausgewählte Webprojekte
Bei der UDG arbeitete ich als TYPO3 Consultant in einem SCRUM-Team und betreute mehrere TYPO3-basierte Fachanwendungen für öffentliche Auftraggeber.
Mein Schwerpunkt lag auf Anforderungsmanagement, der Erstellung von User Stories, technischer Analyse und enger Kundenkommunikation.
Ein zentrales Projekt war die Entwicklung einer browserbasierten Fachanwendung zur automatisierten Erstellung von PDF-Berichten. Diese Berichte enthalten thematische Karten, die auf Basis aktueller Daten zur Laufzeit erzeugt und eingebunden werden. Ich verantwortete die kartographische Konzeption und Gestaltung der Kartenlayouts: Layout-Design in QGIS, strukturierte Datenaufbereitung sowie die Definition der Renderlogik für den UMN MapServer. Die Karten wurden serverseitig als PNG gerendert und automatisiert in die PDF-Dokumente integriert.
Zusätzlich wirkte ich an zwei TYPO3-KI-Projekten mit – einer SaaS-Integration und einer Individualentwicklung – insbesondere bei der fachlichen Strukturierung, Konzeptarbeit und Abstimmung zwischen Entwicklung, Produktmanagement und Kundenseite.
Was mich geprägt hat
Geprägt hat mich die Arbeit an Systemen, die im Alltag dauerhaft funktionieren müssen.
Fehlende Einordnung, unklare Zuständigkeiten und nicht getroffene Entscheidungen führen dabei zu unnötiger Komplexität und technischen Schulden.
Wie ich heute arbeite
Meine Arbeit beginnt mit Einordnung: Was ist das Ziel? Welche Auswirkungen hat eine Anforderung auf bestehende Strukturen? Was bedeutet das für Betrieb und Wartbarkeit?
Ich bereite technische Entscheidungen so vor, dass sie nachvollziehbar getroffen werden können – mit Blick auf Risiken, Abhängigkeiten und langfristige Konsequenzen. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und Systeme effizient betreibbar zu halten.
- Trennung von fachlichen Anforderungen und technischen Notwendigkeiten
- Sichtbarmachen von Risiken und Abhängigkeiten
- Denken in Systemen statt in Einzellösungen
- Reduktion unnötiger Komplexität
- Bewertung von Änderungen im laufenden Betrieb
So entstehen Systeme, die unter realen Bedingungen stabil und effizient betrieben werden können.
