Laptop auf einem Schreibtisch mit geöffneter Mitgliederverwaltungs-Software in Listenansicht, daneben Notizblock, Smartphone, Brille und Kaffeetasse in hellem Büroambiente.
© Jürgen Michael Kindler / KI-generiertes Motiv

BVDD – Mitgliederverwaltung

Ablösung einer proprietären Verbandssoftware durch eine hybride Systemarchitektur

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) nutzte eine proprietäre, auf Java und Oracle basierende Verbandssoftware. Ziel des Projekts war die vollständige funktionale Ablösung – einschließlich der bestehenden Geschäftsregeln und des vorhandenen Datenbestands – bei gleichzeitiger Modernisierung von Benutzerführung, Datenhaltung und Verwaltungsprozessen.

Statt einer monolithischen Weblösung wurde eine hybride Architektur konzipiert: ein webbasiertes Portal für Mitglieder (Selbstpflege ausgewählter Stammdaten) und eine strikt getrennte interne Fachanwendung für die Geschäftsstelle. Beide Systembereiche sind logisch verbunden, bleiben technisch jedoch klar segmentiert.

Projektkontext

  • Verbandslösung als Grundlage für zentrale Verwaltungsprozesse
  • Ablösung eines proprietären Alt-Systems inkl. Übernahme bestehender Geschäftsregeln
  • Sicherstellung der Datenkompatibilität zum vorhandenen Datenbestand
  • Standortübergreifender Einsatz im Netzwerkbetrieb

Systemlösung

Auf Basis einer mehrmonatigen Anforderungsanalyse entstand folgende neue Lösung, die aus zwei getrennten, aber synchronisierten Systembereichen besteht:

  • Mitgliederportal (Web)
    Komfortable, responsive Benutzeroberfläche für Mitglieder zur Pflege definierter Stammdaten mit rollenbasierter Zugriffskontrolle.
  • Interne Verbandsverwaltung (Fachanwendung)
    Geschützter Systembereich für die Geschäftsstelle zur Bearbeitung interner Prozesse inklusive Beitragserhebung und Beitragsverwaltung, SEPA-basierter Lastschrifteinzüge sowie einer integrierten, netzwerkfähigen Dokumentenablage.

Beide Systembereiche werden über eine Synchronisationskomponente automatisch abgeglichen. Die interne Verbandsverwaltung bleibt vom Web getrennt und ist nicht über das Internet erreichbar. Diese klare Systemtrennung diente der Sicherung sensibler Mitglieds-, Beitrags- und Zahlungsdaten sowie der vollständigen Datenhoheit des Verbandes.

Requirement Engineering & Lastenhefte

Vor der Umsetzung erfolgte eine mehrmonatige Anforderungsanalyse vor Ort in der Geschäftsstelle. Gemeinsam mit der Kundin wurden die Lastenhefte erarbeitet, in denen Verwaltungsprozesse, Geschäftsregeln, Sonderfälle und Datenanforderungen formalisiert und in eine umsetzbare Struktur überführt wurden.

Diese Phase war entscheidend, um die vorhandene Logik des Alt-Systems vollständig nachvollziehbar abzubilden und gleichzeitig eine modernisierte, wartbare Systemarchitektur zu ermöglichen.

Meine Rolle

Ich war technischer Gesamtverantwortlicher des Projekts – von der Anforderungsanalyse bis zur Umsetzung und Inbetriebnahme. Die Umsetzung einzelner technischer Teilbereiche erfolgte arbeitsteilig mit spezialisierten Dienstleistern, die nach meinen architektonischen Vorgaben und innerhalb der definierten Systemstruktur entwickelten. Architektur, Systemdesign, Segmentierung, Synchronisationslogik sowie die Gesamtverantwortung für Qualität und technische Konsistenz lagen durchgehend bei mir.

  • Durchführung und Moderation des Requirement Engineerings
  • Mitentwicklung der Lastenhefte gemeinsam mit der Kundin
  • Konzeption der Systemarchitektur (Segmentierung, Datenstrategie, Synchronisation)
  • Technische Projektsteuerung, Qualitätssicherung sowie Begleitung von Roll-out, Schulung und Support

Ergebnis

Die Lösung ersetzte das Alt-System funktional vollständig und schuf eine klar segmentierte, kontrollierbare Systemlandschaft. Mitglieder konnten definierte Daten komfortabel online pflegen; interne Prozesse wurden in einer geschützten Fachanwendung effizient bearbeitet. Roll-out, Schulung und Support begleiteten den produktiven Einsatz bis zum Projektabschluss.